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Hagenauer: „Seniorenwohnhäuser haben nichts zu verheimlichen“

Umfangreiche Beantwortung von Fragen im Sozialausschuss der Stadt
 
Do, 8. November 2018

Einstimmig fielen die Beschlüsse im Sozialausschuss der Stadt am Donnerstag, 8. November 2018, unter dem Vorsitz von Ulrike Saghi (BL) aus. Vor Behandlung der Tagesordnung gab es freilich eine umfangreiche Beantwortung von Fragen zum Thema Seniorenwohnhäuser. Amtsleiter Ernst Hörzing replizierte damit auf eine aktuelle Stunde im Juli-Gemeinderat. Alle sechs Seniorenwohnhausleiter*innen sowie diverse Pflegedienstleitungen waren anwesend.

„Unsere städtischen Seniorenwohnhäuser haben nichts zu verheimlichen. Jeder soll wissen, was dort los ist. Ich stehe für Offenheit und Transparenz. Was ich aber dezidiert nicht will ist, dass sich Parteien in Häuser einschleichen und Gerüchte aufbringen. Politik auf dem Rücken der Bewohnerinnen und Bewohner, das lehne ich ab“, betonte Sozial-Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer in ihrem Einleitungsstatement. Ausschuss-Vorsitzende Saghi erinnerte an Zeiten, als es selbst Gemeinderät*innen vom Ressortchef untersagt war, die Häuser zu betreten: „Jetzt kann ich jederzeit reingehen und mir selbst ein Bild davon machen.“

Betreuungsmodelle vorbereitet

Ernst Hörzing, Amtsleiter aller Senioreneinrichtungen der Stadt, hob hervor, dass die neuen Betreuungsmodelle „Hausgemeinschaft“ und „Wohngruppe“ in den um rund 70 Millionen € neu errichteten bzw. generalsanierten Häusern intensiv vorbereitet worden seien. Seit 2013 seien sie mit Unterstützung der Diakonie und externen Organisationsentwicklern umgesetzt worden. Von fehlender Betreuung der Mitarbeiter*innen könne daher keine Rede sein: „Allein 650 externe Coaching-Stunden wurden finanziert. Es gab zudem Schulungen und Fortbildungen für Führungskräfte, eine Helpline und eine Ombudsfrau. Über 200.000 € wurden in Aus- und Weiterbildungen für 77 Alltagsmanager*innen, 48 Heimhelfer*innen und 15 Diplom-Pfleger*innen investiert.“

Neues Gehaltsschema wird vorgelegt

Auch ein neues Gehaltsschema sei bereits in Vorbereitung und könne der Politik bis Jahresende zur Beschlussfassung vorgelegt werden, so Hörzing. Christoph Baumgärtner, Zentraler Pflegedienstleiter, betonte in diesem Zusammenhang, dass schon jetzt Pflegeassistent*innen der Stadt bei Dienstantritt um 200 € mehr verdienten als anderswo. Beim Starteinkommen von Diplomkräften stünde die Stadt salzburgweit aktuell an dritter Stelle.

37 Pfleger*innen gesucht

In Sachen Arbeitszeit betonte Hörzing, dass von geringfügiger Beschäftigung bis zu 12-Stunden-Diensten alles möglich sei: „Wir haben derzeit 187 Dienstzeitmodelle. Dennoch fehlt uns Pflegepersonal. 275 Stellen sollten wir besetzen. Tatsächlich besetzt haben wir nur 238. Das heißt, wir suchen aktuell 37 Pfleger*innen.“ Nur damit könnten die Häuser voll ausgelastet werden. Aktuell fehle etwa das Personal für zwei Wohngemeinschaften in Itzling. Dort habe man aus der Not eine Tugend gemacht und die Bewohner*innen des Hauses drei, das erneuert wird, kurzerhand umgesiedelt.

„Zustände“ nicht eruierbar

Der Kritik an angeblichen „Zuständen“ in den Seniorenwohnhäusern seitens der Personalvertretung und einiger Parteien begegnete Hörzing mit umgehenden Gesprächsangeboten. Diese seien jedoch alle mit dem Hinweis auf Informantenschutz abgelehnt worden, so der Amtsleiter.

Empört zeigten sich er und die Hausleiter*innen über den im Juli-Gemeinderat von FPÖ-Gemeinderätin Renate Pleininger ausgesprochenen Vergleich, dass der Fisch beim Kopf zu stinken beginne. Diese sagte nun im Ausschuss, dass „die hervorragende Arbeit in den Seniorenwohnhäusern unbestritten ist“, es aber unterschiedliche Auffassungen beim Personal gegeben habe. Ausschuss-Vorsitzende Saghi betonte abschließend, man möge das Thema „aus persönlicher Profilierung im Wahlkampf heraushalten“.


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Weil das Pflegepersonal fehlt: Weil das Pflegepersonal fehlt:
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Stand: 8.11.2018, Karl Schupfer